Atmen

Atmung, Nasenatmung und ganzheitliche Gesundheit

Atmen ist lebensnotwendig – und doch unterschätzen wir oft, wie entscheidend die Art unseres Atmens für unsere Gesundheit ist. Ein Mensch atmet durchschnittlich 20.000 bis 25.000 Mal pro Tag. Jede Atembewegung beeinflusst Sauerstoffversorgung, Blut-pH, Herz-Kreislauf-System und Nervensystem. Idealerweise beträgt der Atemzyklus etwa 5–6 Atemzüge pro Minute, also langsames, tiefes Atmen. Im besten Fall ist Atmung unauffällig und kaum hörbar – der Körper arbeitet leise, effizient und ohne Stress.

Nasenatmung ist der natürliche Weg: Sie reinigt, befeuchtet und temperiert die Luft, transportiert Sauerstoff optimal in den Körper und produziert Stickstoffmonoxid, das Herz, Gefäße und Immunsystem schützt. Gleichzeitig unterstützt Nasenatmung die gesunde Entwicklung von Kiefer und Zähnen.

Der Mund ist zum Reden und Essen da – die Nase zum Atmen

Chronische Mundatmung kann zu schiefen Zähnen, einem unterentwickelten Kiefer und einer ungünstigen Gaumenform führen. Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder durch die Nase atmen und den Mund wann immer möglich geschlossen halten. Sollte dies nicht möglich sein, ist es wichtig, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen – beispielsweise bei einem HNO-Arzt oder Zahnarzt. So können mögliche Ursachen wie verengte Atemwege, Allergien oder andere Blockaden frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Der Gaumen ist die Garage der Zunge

Die Zunge ist ein aktiver Teil des Unterkiefers. Liegt sie in Ruhe korrekt am Gaumen, übt sie einen sanften Druck aus, der das Wachstum des Unterkiefers unterstützt und die Atemwege offen hält. Gleichzeitig stabilisiert die Zunge die Zahnreihen und verhindert Fehlstellungen. So wirkt die richtige Zungenposition wie eine natürliche „Stütze“ für Kiefer, Gaumen und Zähne – und fördert gleichzeitig eine effiziente Nasenatmung.
Der Gaumen ist der Boden der Nase

Der Gaumen bildet die Basis der Nasenhöhle. Ein breiter und eher flacher Gaumen ermöglicht mehr Luftdurchfluss durch die Nase, verbessert die Sauerstoffaufnahme und aktiviert die positiven Effekte des Stickstoffmonoxids. Nasenatmung wird dadurch einfacher, natürlicher und effizienter – und der Körper wird besser mit Sauerstoff versorgt.

Ein gut ausgeprägter Gaumen bedeutet also, mehr Luft durch die Nase zu bekommen

Mundatmung verändert das Gleichgewicht des Körpers. Der normale Blut-pH-Wert liegt zwischen 7,35 und 7,45. Durch ständige Mundatmung sinkt dieser leicht ab, und der Körper versucht, die Säure durch vermehrtes Abatmen von CO₂ auszugleichen – was die Mundatmung noch verstärkt. Zusätzlich verschiebt stark verarbeitete Nahrung und Zucker das Säure-Basen-Gleichgewicht, was die Atemspirale weiter verstärkt.

Diese Rückkopplungsschleife belastet Schlaf, Immunsystem und Stresslevel. Chronische Mundatmung wird mit über 160 Krankheitsbildern in Verbindung gebracht, darunter Herzinfarkt, Depression, ADHS, Allergien, chronische Sinusitis und Rhinitis. Typische Folgen sind trockener Mund, Durst, Albträume und dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel. Ein erhöhter Cortisolspiegel hält den Körper im Sympathikus-Modus, reduziert Regeneration und belastet Stoffwechsel sowie Herz-Kreislauf-System.

Bewusste Nasenatmung – ein einfacher Hebel für Gesundheit

Nasenatmung, kombiniert mit der richtigen Zungenposition, stabilisiert den pH-Wert, verbessert Sauerstoffversorgung, Schlafqualität und Stressregulation. Sie bricht die Spirale der schädlichen Mundatmung, unterstützt die gesunde Entwicklung von Kiefer, Zähnen und Atemwegen und wirkt sich positiv auf den gesamten Organismus aus – für Kinder wie für Erwachsene.

Merken Sie sich: Atmen sollte leise, gleichmäßig und unauffällig sein – das ist ein Zeichen, dass Körper, Kiefer und Zähne optimal unterstützt werden.

Durchatmen: Atemtechniken für deinen Alltag

Podcast von Gerjet Efken
Gesprochen von Gerjet Efken

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